Trogir, Split und Dubrovnik (HR)

17 09 2008

Zurück an der Küste merkt man davon nicht mehr viel. Die Touristen sind in eindrücklichen Massen zurück. Weil davon natürlich alle profitieren wollen, wird in einigen Gebieten gebaut als gelte es die architektonischen Blindflüge der spanischen Costa del Sol in Rekordzeit zu wiederholen. Vielleicht hält die Vernunft vorher Einzug aber ihr solltet euch die Küste sicherheitshalber möglichst bald noch selber ansehen, es lohnt sich.

Juwelen auf dem Weg Richtung Dubrovnik sind die ausgezeichnet erhaltene Altstadt von Trogir (Weltkulturerbe) und das einmalige Split. In letzterem wurden die mittelalterlichen Häuser in einzigartiger Weise in einen spätrömischen Kaiserpalast, dessen Mauern der Bevölkerung Schutz vor den im Rahmen der Völkerwanderung eindringenden Avaren und später Slawen bot, integriert. Noch heute sind deshalb die
römischen Mauern und Paläste nicht als Ruinen sondern als bewohnte Gebäude gut sichtbar. Die entstehende Vermischung derart vieler Einflüsse und Kulturen ist so faszinierend, dass sich das unvermeidliche Durchfahren der - hm - etwas weniger bezaubernden jugoslawischen Betonblock-Kultur in der Agglomeration auf jeden Fall lohnt. Der einzige Vorteil dieser - Diplomatie mal bei Seite lassend - potthässlichen Viertel ist es, dass man sich für einmal problemlos auf die Strasse konzentrieren kann,
was ansonsten entlang dieser dramatisch schönen Küste nicht immer ganz einfach ist.

Am Sonntag (14. September 08) geht hier der Sommer zu Ende. Es regnet in Strömen und die Sonnenstundenstatistik der Riviera erwischt einen buchstäblich schwarzen Tag. Nun, die Sonne ist schon wieder da - das Thermometer klettert hingegen wohl in diesem Jahr nicht mehr über 30°C. Optimale Verhältnis also um heute (Mittwoch, 17. September 08) die Mauern Dubrovniks zu erstürmen. Gestern hatten wir schon erste Erfahrungen gemacht. Die Stadt ist in jeder Beziehung einzigartig. Mauern: rundherum intakt (ausser siehe Restaurant) schützen sie die … Altstadt: malerischer und cleaner geht es nicht, alles leuchtet romantischstens im warmen Abendlicht und wartet auf … Touristen: zu tausenden stürmen sie aus luxuriösenKreuzfahrtschiffen und allen möglichen weiteren Verkehrsmitteln in die Stadt und sitzen abends in die … Restaurants: wohl hunderte an allen möglichen Lagen; Highlight sind die zwischen (durchbohrte) Aussenmauer und Meer angesiedelten Bars, die allerdings eher …  teuer sind: die Stadt sprengt unsere, bis jetzt beinahe eingehaltene Budgetplanung. Die Schweiz ist also doch nicht wirklich sooo teuer. Bilder und weitere Kommentare folgen im nächsten Beitrag.

Adio



Slowenien

5 09 2008

Slowenien. Es wird immer ein wenig fremder. Aber nur langsam, bis jetzt kommen wir mental ohne Probleme mit. Wir verstehen zwar nichts mehr, dafür sieht es immer noch fast wie in der Schweiz aus.

Am Mittwoch (3. September 08) besuchten wir einige schöne Seen in Slowenien. Schön, aber doch nicht sooo anders, als wir verwöhnte Schweizer es uns gewöhnt sind. Auf der Suche nach einem Plätzchen  zweifelten wir schon an der Eignung unseres Übernachtungmodells für Slowenien. Überall Verbote und - dem Vernehmen nach - Polizeikontrollen. Fast am Verzweifeln aber trotzdem noch trotzig dem Campingplatz für 45 Franken widerstehend, haben wir uns das folgende Highlight des Tages wohlverdient: Auf die Frage nach einem Standplatz wurden wir von einer Bauernfamilie gleich zum Abendessen samt Crash-Kurs Slowenisch und Familienanschluss eingeladen und für den nächsten paar Tage mit Eiern und frischer Milch ausgerüstet. Eine wirklich ausserordentliche Erfahrung und hoffentlich ein Vorgeschmack auf balkanische, türkische, arabische und persische Gastfreundschaft.

Am Donnerstag (4.September 08) fuhren wir zwecks Vermeidung der teuren Autobahnvignette auf kleinsten, schlaglochübersäten Nebensträsschen nach Ljubljana. Dort erkundigten wir gemütlich per Velo die kleine aber feine Altstadt. Anschliessend bekamen wir von einer Freundin Kediabyssinias während eines gelungenen Abends eine spannende Führung der Stadt sowie eine Einführung in die Freuden und Leiden slowenische Politik, bevor wir vor dem Haus der Grosseltern des Freundes dieser Freundin zur Ruhe kamen.

Ganz allgemein lernen wir immer neue Dinge: So haben wir die korrekte Befüllung unserer Chemie-Toilette per Trial und Error sozusagen erriechen müssen, wobei die Error-Phase immerhin fünf die Nase strapazierende Tage dauerte. Ausserdem haben wir herausgefunden, dass unser immer stärker tropfender Abwassertank nicht ein Leck hat sondern aufgrund seines endlichen Fassungsvermögen schlicht und einfach voll war. Damit wurden unsere Überlegungen, wie wir unauffällig tropfend bis nach Serbien zu einem bezahlbaren Mechaniker kommen könnten, hinfällig. Nach dem Entleeren ist er wieder dicht.

Soli, nun habt wieder ein paar Tage Zeit zum nachlesen. Wir wünschen euch alles Gute,

Nasvidenje