24
07
2009
Vor ca. elf Monaten sind wir spät abends auf der Suche nach einem Schlafplatz von einer slowenischen Bauernfamilie gastfreundlich aufgenommen worden. Es war die erste von einer Perlenkette vieler gelungener und gegenseitig bereichernder Begegnungen auf unserer Reise. Die Čops haben unsere Erlebnisse seither per Blog mitverfolgt und wir sind per Mail in Kontakt geblieben.
Natürlich besuchen wir sie dann auf der Heimreise wieder. Es ist wie ein Heimkommen! Wir werden abermals derart freudig empfangen, dass wir die Einladung für einen zusätzlichen Ruhetag nicht ablehnen können. Wir geniessen wunderbar frisches, dunkles Brot mit hausgemachter Konfitüre, erwandern eine wunderbar kühle Schlucht, unternehmen eine Velotour, helfen in einem “choge stotzige Hoger” mit Handrechen beim Heuen, kuscheln mit sechs kleinen kedis (kediabyssinia ist im siebten Katzenhimmel), schwimmen im wunderbar türkisgrünen Bledsee und tauschen bei leckerer slowenischer Kost viel aus unseren verschiedenen Welten aus.
Auf diese schöne Art hat sich ein Kreis gechlossen. Der Besuch ist Anfang und Ende von erlebter grosszügiger Gastfreundschaft und die sanfte Einstimmung auf die Rückkehr. Hvala (Danke) liebe Familie Čop!!




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Categories : Europa, Reise, Slowenien
17
06
2009
Ein Taxifahrer, der zuerst den doppelten Preis möchte (womit er aber bei uns erfolglos ist), sich dann am Ende der Fahrt weigert Geld anzunehmen und schliesslich nach dem erneuten Hinstrecken den Schein einsteckt.
Ein Früchteverkäufer, der sagt, er wolle kein Geld, uns aber den Schein schon aus der Hand nimmt, bevor er fertig abgelehnt hat.
Ein Tankstellenwart, der scheinbar aufs Bezahlen verzichtet, das Geld aber nach dem zweiten Nachfragen kommentarlos einsteckt.
Diese für uns leicht widersprüchlichen Verhaltensweisen sind Teil einer speziellen Höflichkeitskultur. Der iranische Knigge verlangt nun, dass der Verkäufer die Bezahlung erst einmal galant ablehnt. “Es ist nicht der Rede wert.” Wer dann aber mit merssi reagiert und sich verabschiedet, wird konsternierte Perser zurücklassen. Der Vorschlag ist natürlich überhaupt nicht ernst gemeint. Häufig wird das Geld schon nach dem ersten Nachhaken gerne angenommen. Manchmal wird die Floskel auch nur so halb gesagt und das Geld im gleichen Atemzug genommen. Bei eingefleischten Taarofner kann das Ritual aber auch 2-3 hin- und hergehen.
Für uns kann es ziemlich schwierig und zeitraubend sein, herauszufinden ob uns jemand wirklich etwas schenken will oder nicht.
Eine weitere Seite des Taarof ist uns begegnet, als wir in einer Familie in Busheher eingeladen waren und nach einem guten Essen das Teller dankend zurückschoben. Taarof sei das, entgegnete uns der Gastgeber und legte uns noch einmal grosszügig nach.
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Categories : Iran, Naher Osten, Reise
13
06
2009
In Esfahan steuern wir wie gewohnt das Lonely Planet “our pick”-Hotel an (sicherer und meistens gratis Parkplatz, saubere Toiletten, teils wi-fi-Zugang und fast stets freundliches Personal erklären diese bewährte Strategie) . Dort versuchen wir der Receptionistin zur erklären, dass wir gerne auf ihrem Parkplatz IM Auto schlafen möchten. Dieser zugegebenermassen etwas ungewöhnliche Wunsch bringt offensichtlich nicht nur das Verständnis der armen Dame an die Grenze, sondern auch die Kompetenzordnung etwas durcheinander und wir müssen uns gedulden, bis der Entscheidungsbefugte telefonisch erreichbar ist.
Nach etwas Bedenkzeit wird uns das Resultat komplizierter administrativer Abläufe (wir werden unter anderem gefragt ob wir ein Diplomaten-Nummerschild haben und müssen dem Portier - zwecks weiterer Berichterstattung - unseren Wagen zeigen) eröffnet. Wir erhalten eine gute und eine schlechte Nachricht:
Nein, wir können nicht im Auto schlafen.
Aber dafür bieten sie uns eine bemerkenswerte Preisreduktion von 82$ für ein Zimmer an.
Seitdem geniessen wir für 10$ (Frühstück und bewachter Parkplatz inbegriffen) ein schönes Zimmer mit Dusche und allem was dazu gehört. Die Gastfreundschaft treibt immer wieder neue ungeahnte Blüten.
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Categories : Iran, Naher Osten, Reise
11
05
2009
Kürzlich haben wir ein eher unübliches sozusagen fliegendes Beispiel der Gastfreundschaft erlebt. Beim gemütlichen Umkurven des üblichen Kreiselchaos ruft uns plötzlich einer (für einmal in der korrekten Richtung fahrender) der unzähligen Töfffahrer sein lautes “hello” zu. Beim näheren Hinschauen sehe ich, dass er einen Milchbeutel schwenkt, den er uns offenbar aus lauter Freude über unser Auftauchen und in akuter Ermangelung eines anderen Gastgeschenkdes schenken will. Ein angedeutes “merssi” wir hätten genug Milch, kann seinen Eifer offensichtlich nicht bremsen, denn nur Sekundenbruchteile später trifft ebendieser Milchbeutel nach einer kurzen und turbulenten freien Flugphase unsere ahnungslose Tür. Soforte Rettungsversuche mit beiden Händen bleiben leider wirkungslos und so fällt der unglückliche Beutel auf den Boden, wo er wohl heute noch liegt.
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Categories : Iran, Naher Osten, Reise
10
05
2009
Am letzten Freitag (hiesiges Wochenende) fahren in ein schönes und etwas kühleres Bergtal bei Abyaneh (Nähe Kashan zwischen Teheran und Isfahan) und suchen nach einem schönen Picknickplatz. Wir stellen fest, dass wir nicht wirklich die einzigen mit diesem Vorhaben sind. Aus einem Umkreis von mind. 300km sind die Iraner an ihrem freien Tag gekommen, haben Zelte aufgeschlagen, diverse Gaskocher, Töpfe, Geschirr, Teppiche und gute Laune ausgeladen und amüsieren sich anscheinend bestens. Bei dem schweren Gepäck ist es nicht erstaunlich, dass sich die wenigsten weiter als 3 Meter vom Auto entfernen. Das heisst allerdings noch lange nicht, dass sie deswegen auf dem Parkplatz bleiben. Im Gegenteil machen sie sich einen Sport daraus, wer mit seinem Peugeot (ca. 50% aller Autos) mitsamt seiner 10 köpfigen Verwandtschaft (wer sagt denn, dass in ein Auto nur 5 Personen passen oder was sind gar Kindersitze??) an einen möglichst unzugänglichen Platz fahren kann. Da sind sie also und freuen sich riesig, wenn wir mit unserem Sidi in ihrer Nähe anhalten. Kaum steigen wir aus, so werden wir von der Familie mit der schnellsten Reaktionszeit auch schon zum Tee eingeladen und 5 Minuten später bringen sie einen übervollen Teller mit einem guten Reisgericht. Wie soll (und warum wollte) man da ablehnen? Wir verbringen einen sehr gelungenen Nachmittag mit dieser herzlichen Familie und testen unsere gegenseitigen Sprachkenntnisse. Nachdem sie abgefahren sind, kommt auch gleich schon die nächste Einladung, die wir aber infolge akut voller Bäuche ablehnen müssen.

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Categories : Iran, Naher Osten, Reise
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