Dilek Nationalpark

23 10 2008

An Fränes Geburtstag (16. Oktober für die, die’s nicht wissen…;) - besten Dank denen, die sich glückwünschlich daran erinnert haben!) verlassen wir die überbaute Küste für einen Moment um den ersten Tag des 28. Lebensjahres im auf einer Halbinsel gelegenen Dilek Nationalpark zu feiern. Hier ragt eine Bergkette bis ca. 1500m aus der Küstenebene empor und erstreckt sich weit ins Meer hinaus, fast die griechische Insel Samos berührend. Dort an der Spitze wollen wir wandern gehen. Leider ist, wie uns vor Ort von zwei Uniformierten höflich mitgeteilt wird, die äussere Hälfte der als Nationalpark gekennzeichneten Peninsula dem Militär gewidmet. Wir verbringen den Tag schiefernd und spazierend an sehr schönen Kieselstränden am klaren, blauen Meer.

Der Nationalpark gefällt uns so gut, dass wir ihn tags darauf per pedes erkunden wollen und so eine Marathonwanderung unternehmen, und dies beinahe im wörtlichen Sinn. Über mehr als 30 Kilometer führt uns eine ausgesprochen schöne Wanderroute durch die Bergkette auf einen Höhenweg mit Blick zu beiden Seiten hinauf und durch einen lichten Pinienwald wieder zum Meer hinunter.

Wobei von führen angesichts der komplett fehlenden Wegweiser eigentlich nicht die Rede sein kann. Unsere Richtungsentscheide basieren eher auf Kriterien wie: “Dort ist mehr Schatten” oder “Nicht schon wieder links” sowie auch ein wenig auf unsere gaaaanz grobe Kenntnis der allgemeinen Richtung. Wir nehmen es als gutes Omen für unsere weitere Navigation, dass unser Gefühl uns nie getäuscht hat. Auf dem Weg erspähen wir wilde Pferde und scheuchen mehrere Wildschweine mit Jungen auf, von denen eines keck unsere Richtung einschlägt aber noch bevor wir uns für einen Baum als Schutz vor seinem leicht aggressiv werdenden Mama entscheiden können, doch noch seinen Artgenossen hinterher rennt. Wir spüren die Wanderung noch in den Beinen als wir hoch oben auf einem mit Brennholz beladenen Traktoranhänger den Nationalpark wieder verlassen.