25
07
2009
In ein paar Tagen sind wir zu Hause. Wir freuen uns! - Unter anderem darauf:
- kein Filmstar-ähnliches Dasein bei jedem Anhalten mehr
- grüne Natur
- saftiges Gras anstatt Müllkippe am Strassenrand
- Picknicken wirklich ab von der Zivilisation
- keine stinkenden Paykans (iranisches Automodell) und Yugos (balkanisches Automodell) mehr
- unsere Nichte und die beiden Neffen
- einen tiefblauen See oder einen rauschenden Fluss
- eine Scheibe dunkles Brot mit einem Stück rezenten Gruyère
- ein Stück Brie auf einem Birnenschnitz
- ein Glas guten Rotwein
- ein Drink in der Berner Turnhalle
- schwitzen nicht bei kompletter Inaktivität bloss aufgrund der Hitze sondern wegen höchster (weg) sportlicher Betätigung
- sportliche Betätigungen an sich (weg)
- die Hintergrundsendungen von Radio DRS 2
- das Marzili und die Aare –> ein Aareschwumm
- keine unzähligen unnötigen ‘topes’ (speedbumps) mehr
- keine freundliche aber ungebetene Aufmerksamkeit von Polizei und Militär mehr
- die in der Zwischenzeit neugeborenen Schweizer Babys (alleine in unserem Bekanntenkreis sind es deren fünf!)
- gesicherter Flöcklinachschub
- Sommer slow ups
- ausgiebige Spielnächte
- Grillabende mit Vegigrillgut
- freie Kleiderwahl
- wieder mal eine echte Zeitung lesen und - als Bonus - sie sogar verstehen
- Velo statt Auto als Fortbewegungsmittel
- Klavierspielen
- Zeit um unsere vielen Fotos zu ordnen
- Euch zu einer Diashow einladen
- Unseren vermaldeiten Vorhangknopf jeden Abend mit viel Geduld zuknöpfen zu müssen
- Schweizer Lindt-Kugeln
- und natürlich auf euch alle!
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Categories : Reise
24
07
2009
Vor ca. elf Monaten sind wir spät abends auf der Suche nach einem Schlafplatz von einer slowenischen Bauernfamilie gastfreundlich aufgenommen worden. Es war die erste von einer Perlenkette vieler gelungener und gegenseitig bereichernder Begegnungen auf unserer Reise. Die Čops haben unsere Erlebnisse seither per Blog mitverfolgt und wir sind per Mail in Kontakt geblieben.
Natürlich besuchen wir sie dann auf der Heimreise wieder. Es ist wie ein Heimkommen! Wir werden abermals derart freudig empfangen, dass wir die Einladung für einen zusätzlichen Ruhetag nicht ablehnen können. Wir geniessen wunderbar frisches, dunkles Brot mit hausgemachter Konfitüre, erwandern eine wunderbar kühle Schlucht, unternehmen eine Velotour, helfen in einem “choge stotzige Hoger” mit Handrechen beim Heuen, kuscheln mit sechs kleinen kedis (kediabyssinia ist im siebten Katzenhimmel), schwimmen im wunderbar türkisgrünen Bledsee und tauschen bei leckerer slowenischer Kost viel aus unseren verschiedenen Welten aus.
Auf diese schöne Art hat sich ein Kreis gechlossen. Der Besuch ist Anfang und Ende von erlebter grosszügiger Gastfreundschaft und die sanfte Einstimmung auf die Rückkehr. Hvala (Danke) liebe Familie Čop!!




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Categories : Europa, Reise, Slowenien
23
07
2009
Seid Bulgarien ziert nicht mehr der Halbmond sondern das Kreuz bzw. Doppelkreuz den höchsten Turm im Dorfzentrum. So viele Kirchen wie in dieser Region haben wir schon lange nicht mehr gesehen, jede kleinste Hügelkuppe wird religiös ‘markiert’. Zum religiösen Empfinden der hiesigen Bevölkerung eine kleine Episode: “Aha, dann seid ihr also Heiden” meint die ältere Katholikin nachdem sie uns nach unserer Religion gefragt hat. Dann stellt sie nüchtern fest: “Ihr betet zu Luther, wir beten zu Jesus.”
Offensichtlich gibt es nicht nur zwischen den Religionen Missverständnis sondern gerade auch innerhalb der Religionen.
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Categories : Europa, Kroatien, Reise, Serbien, Slowenien
22
07
2009
Wir fahren wie immer overländ gemütlich Richtung Ljubljana auf einer zunehmend schmaler werdenden Hinterländstrasse. In the middle of nowhere passieren wir eine Ampel. Grün, nichts Böses ahnend fahren wir weiter. Es folgt eine Unterführung. Höhe: 2.60. Ohalätz, unser Sidi ist 2.80 Meter hoch! Es scheinen aber ungemein grossgewachsene 2.60 zu sein… Wiewasmeinsch steigt aus und kontrolliert die langsame Durchfahrt. Der Sidi duckt sich, aber das wäre wohl kaum nötig gewesen: auf der Tafel sollte 3.60 Meter stehen. Nach diesem kleinen Unterbruch geht’s weiter.
Nun wird die Strasse enger und enger - und plötzlich kommt uns ein Auto ziemlich schnell entgegen. Kediabyssinia bremst und hält gegen den Rand, so dass der Wagen gerade noch passieren kann - oder besser: hätte passieren können. Denn der andere scheint dagegen eher zu beschleunigen, gestikuliert, bremst dann doch und fährt schliesslich mit blockierten Rädern in die Leitplanke. “So ein Depp!” entfährt es mir, aber da weiss ich noch gar nicht, dass diese Charakterisierung ungenau, weil zu mild, ist. Der Fahrer steigt nun nämlich aus, verwirft die Hände resp. zeigt mit allen Zeigefingern und einigen wenig schmeichelhaften Kraftausdrücken auf uns und ruft flugs die Polizei. Wir hätten die Ampel bei rot passiert und seien darum schuld, dass er - trotz Lichthupens unsererseits, bester Sicht auf Sidis unübersehbare 2.80 und freigemachten Weges - sein Auto demoliert habe!! Der Satzteil zwischen Gedankenstrichen muss ihm dabei allerdings entfallen sein. Das ist natürlich dicker Tubak und die Realität kann den Rauch deshalb leider nicht durchdringen. Schon bald versammeln sich hinten und vorne gegen 50 Fahrzeuge, die natürlich sofort alle diese leicht einseitige Variante des Vorfalles aufgetischt erhalten. Nicht einfach sich mittels einigen Deutsch- und Englischsprechenden auch ein bisschen Gehör und Sympathie zu verschaffen. Mit einem leicht mulmigen Gefühl warten wir also auf die Polizei und hoffen, dass diese nicht aus dem gleich Dorf wie der sich weiterhin ereifernde Fahrer kommt.
Entwarnung: Die Polizei schaut sich die Sache an, stellt kurz und knapp fest, dass - egal wie die Ampel stand - zum Bremsen mehr als genügend Platz bestanden habe und uns darum sicherlich keine Schuld treffe.
Noch mal Glück gehabt!
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Categories : Europa, Reise, Slowenien
21
07
2009
Wir sind waschechte Ouverländer, und das nicht zu knapp. Stundenlang sind wir die letzten Tage über Land gefahren. In Serbien ganz nach dem Motto ‘Alle Wege führen nach Belgrad’. So dachten wir zumindest nach unserer ersten Erfahrung vor elf Monaten, wo an jeder kleinsten Kreuzung an der Ost-West-Transitstrasse ein Schild die Richtung der Hauptstadt wies. Wir wähnten uns fast in Frankreich. Nun, auf dem Weg von Südosten nach Nordwesten hätten wir uns beinahe zigmal verfahren, so spärlich wird jeweils über das nächste Dorf hinweg ausgeschildert. Wer fährt schon Nebenstrassen, wenn Belgrad von Niš nahe der bulgarischen Grenze für lächerliche 22.- € bequem in drei Autostunden erreichbar ist? Nebst alten Männlein auf klapprigen Rädern auch ein weisser Mercedescampingbus mit Schweizer Kennzeichen. Um unser Tagesbudget nicht dem Asphalt zu opfern, kurven wir einen ganzen Tag auf holprigen Nebenstrassen in die Hauptstadt - und darüber hinaus. Denn auch in Kroatien ist die Autoput ein Luxus und die Schweiz des Balkans (Slowenien) hat ihrer Alpenverwandten nicht bloss die schneebedeckten Mehrtausender gleich sondern auch die Autobahnvignette. Bekanntlich lässt sich auch die benachbarte Bananenrepublik bzgl. Autobahngebühren nicht lumpen. So schnell wird unsere ouverländer-Abenteuer also nicht beendet sein - wir sind ganz glücklich darüber und entdecken dabei das Hinterländ.
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Categories : Europa, Kroatien, Reise, Serbien, Slowenien
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