Schön isch es gsi…

11 04 2009

Und Syrien ist Vergangenheit… aber wir kommen wieder.

Wir haben Syrien Richtung Türkei verlassen und machen uns nun - die Südosttürkei entdeckend - innert ca. 10 Tagen auf den Weg in den Iran. Wir haben die Zeit sehr genossen, Arabisch gelernt, ein faszinierendes Land entdeckt und neue Freunde gefunden. Im Herbst kommen wir zum Arbeiten wieder - kediabyssinia ganz sicher und wiewasmeinsch sofern ihm seine Praktikumsstelle zugesagt wird - inschallah. Doch, die Aare wollen wir uns diesen Sommer doch nicht entgehen lassen… Das heisst konkret: Wir fahren zwischen Iran und Syrien in die Schweiz zurück. Eure Agenda hat soeben einen “high priority” Eintrag für August bekommen:-)

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Wir hatten Besuch

9 04 2009
Nach zwei schönen und intensiven Wochen, kommen wir nun dazu den Besuch der Eltern kediabyssinias medial aufzuarbeiten.

Es erwarten euch viele neue Fotos von unserer Rundreise zuerst nach Maalula und Safita, wo wir von Espers (wiewasmeinschs Arabischlehrer) Familie herzlich empfangen, ausgezeichnet verköstigt, grosszügig übernächtigt und ausführlich herumgeführt werden. An dieser Stelle herzlichen Dank an Mutter, Vater, Geschwister und natürlich Esper selbst!

wiewasmeinsch, Esper (4. v.l.), Teil seiner Familie (1., 5. und 6. v.l.) und M&MN

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Weiter fuhren wir über die riesige Kreuzfahrerfestung Krak des Chevaliers, die fantastischen Wasserrädern von Hama, die monumentale römische Säulenstrasse von Apamea, einige verlassene byzantinische Geisterstädte, den quirligen Bazar und der die Stadt überragenden riesigen Festung von Aleppo, das fruchtbare Euphrattal und die eindrücklichen Ruinen der Oasenstadt Palmyra zurück nach Damaskus.

Der imposante Krak des Chevaliers mitten im - für uns ungewohnten - Grünen

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Hamas norias (Wasserräder) fi leil (abends)

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Ausschnitt der ellenlangen Säulenstrasse Apameas

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Farbenspiel in der Geisterstadt Serjilla

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Im Souq Aleppos

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Der Euphrat bei der Festung Zenobias

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Blick vom Qala’at Ibn Maan auf die Ruinen Palmyras im Sandsturm

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Blick vom Berg Kassiun über Damaskus

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Wie durch die überlange Aufzählung angedeutet, haben wir in relativ kurzer Zeit, eine Menge gesehen und sehr viele Eindrücke aufgenommen. Wer übrigens wissen will, wo diese Orte alle liegen, dem sei unsere Seite „Reiseroute“ wärmstens ans Herz gelegt. Dort kann man alle unsere Schlafplätze zentimetergenau ansehen und sich auf Wunsch sogar Wikipedialinks zu allen Sehenswürdigkeiten einblenden lassen. Fotos dazu gibt’s wie gehabt auf flickr (rechte Seitenleiste).

Bald sind wir wieder alleine unterwegs - es bleiben schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit und auch noch dies:

Merci vielmal!

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Und da passierte es doch

7 04 2009
Endlich, alle, die unsere Reise und den Nahen Osten als gefährlich eingeschätzt haben, können sich bestätigt fühlen - zumindest ein bisschen :-)
Da haben wir schon gedacht die arabische Kultur und die intakte soziale Kontrolle würden uns vor allen Langfingern schützen - die Velos lassen wir wegen Unaufmerksamkeit unsererseits als Ausnahme durchgehen - und was müssen wir feststellen? Gelegenheit macht Diebe, da schützt wohl keine Mentalität.

Da liegt unser - also eigentlich eher mein und ganz genau gesagt eigentlich Miriams - topmodernes Natel während ca. 30 Minuten unbeaufsichtigt auf unserer Terasse, wo wir tagtäglich frühstücken, unsere Arabischlektionen vor- und nachbereiten, sonnenbaden, etc. Nach 30 Minuten lag es nun nicht mehr dort, sondern hat, ganz ungewollt, den Besitzer gewechselt. Zu unserer Verteidigung müssen wir erwähnen, dass unsere Terasse von hohen Mauern (zwecks Sichtschutz der muslimischen Frauen) umgeben und praktisch nur von der einzig höher gelegenen Terasse unserer Nachbarn einsehbar ist. Dass ebendiese Nachbarn uns später allerfreundlichst zu mehrstündigem Tanz (nur Fräne), einem ausgezeichneten Abendessen, Tee und Kuchen einladen, kann - muss aber nicht interpretiert werden. Naja, zum Glück war das Guthaben fast aufgebracht und in der Schweiz gibt es vielleicht eine Wirtschafts- aber wohl kaum eine Natelversorgungskrise.

Leider müssen wir noch eine weitere unerfreuliche und für Syrien untypische Geschichte erzählen: Während dem Besuch der den iransichen Moscheen nachempfundenen äusserst farbenprächtigen und im Innern komplett verspiegelten Assayidah Zeinab Moschee südlich von Damaskus wurden kediabyssinias Mutter doch tatsächlich die traditionellerweise vor dem Gebetshaus abgelegten Schuhe gestohlen. Offensichtlich kann man auch hier vom reichlich vorhandenen Glauben alleine nicht leben.

Wir wollen nicht mit negativer Berichterstattung hören. Im Anschluss wollte uns die Frau am Eingang ihre eigenen Schuhe überlassen. Eine nette Geste, die wir aber nicht angenommen haben - wir hatten ja Ersatz im nahen Sidi.

Die Assayidah Zeinab Moschee südlich von Damaskus

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Impressionen beituna

5 04 2009

Bevor wir die schönste Stadt der Welt (Rafik Schami) verlassen und in den Iran weiterreisen (eigentlich hätte es heissen sollen: ‘mit M&MN Syrien bereisen’, doch der Artikel wird mit ein bisschen Verspätung publiziert…), wollen wir euch einige Bilder unseres zuhauses (auf Arabisch beituna) zeigen:

Wir wohnen in Nummer 17. Läuft man/frau unter dem Torbogen die Strasse geradeaus weiter und dann ganz vorne rechts, steht man/frau direkt vor bzw. hinter der Omayaden Moschee. Über Vor- und Nachteile dieser Wohnlage konsultiere man/frau bitte vorhergehende Artikel;)

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Jeden Tag wenn wir nach Hause kommen, lächeln wir freundlich in die obere linke Ecke über unserer Haustür, da haben nämlich unsere Nachbarn aus Nummer 19 eine Kamera angebracht nicht zuletzt um zu sehen, wer bei ihnen klingelt - aber natürlich auch um das Leben ihrer Nachbarn mitverfolgen zu können. Zum nachbarschaftlichen Verhältnis vergleiche den kommenden Artikel ‘Und da passierte es doch noch’.

Das Innere unserer Wohnung haben wir nicht abgelichtet - es gibt wenig zu sehen;) Ein kurzer Beschrieb soll genügen: Gleich hinter der Eingangstür führt eine enge steile Treppe in den ersten Stock, wo sich ‘unser Reich’ befindet. Um ein sommerlich überdachtes (= mit Wellblech > es zieht) ’Wohn’zimmer reihen sich - den klassisch arabischen Innenhöfen nachempfunden - drei Zimmer, wovon Chrigu und ich ein kleines, lichtscheues aber unseren Ansprüchen genügendes (es gibt ein schmales Bett, einen kleinen Tisch und Möglichkeiten unsere Bücher und Kleider zu verstauen) bewohnen. Die grosse, wenn auch fensterlose Küche war dank (und nur dank) unseres Camperinventars schnell hervorragend aufgerüstet. Steigt man eine weitere steile Treppe am vierten Zimmer vorbei hoch, gelangt man zu einem grosszügigen Bad, dem Luxus einer riesigen Waschmaschine und schliesslich zum Highlight der Wohnung: einer arabischen Terrasse (> von hohen Mauern umgeben als Sichtschutz für die arabisch-häuslichen Frauen) mit wunderbarer Sicht auf den Berg Kassiun und die nahe gelegene Omayadenmoschee.

Diesen Ort, wo wir täglich frühstücken, die Tauben, von ihren Meistern von den Dächern Damaskus’ aus geleitet, über unseren Köpfen ihre Kreise ziehen sehen, unsere Arabischwörtli vor- und rückwärts lernen bis wir sie hoffentlich in- und auswändig können und nicht zuletzt die Sicht über die Dächer der Altstadt geniessen, werden wir vermissen!


kediabyssinia beim Arabisch lernen auf ‘dem Diwan’

kediabyssinia beim Arbeiten auf unserer Terasse in Damaskus

Sicht vom ‘Diwan’ aus: Die Omayadenmoschee, gleich um die Ecke

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Sicht auf den Berg Kassiun in der Morgendämmerung

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Sicht auf den Berg Kassiun kurz bevor ein Gewitter über Dimaschq al kadima (der Altstadt Damaskus’) heraufzieht

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Nachruf

17 03 2009

Für unsere Velos hat nach vielen Kilometern an Sidis Hintertür und wenigen auf der Strasse ein neuer Abschnitt begonnen. 

Die Staubschicht wurde immer dicker, die Ketten immer rostiger, die Pneus immer löchriger und wir haben uns bereits überlegt, wem wir sie in Damaskus vermachen wollen und dann geschah das Unerwartete. Für eine Nacht nicht direkt neben dem Camper abgestellt hat sich in Bosra in der Nacht eine gnädige Seele ihrer nutzlosen und “dreckigen” Existenz erbarmt und sie bei sich aufgenommen. Wir vermuten, dass sie nun schon wieder blitzblank, sicherlich mit aufgesetzter Hupe und womöglich auch mit einem kleinen Rasenmähermotor ausgerüstet unter dem Namen “the Swiss bikes of Bosra” ihre Runden drehen und wünschen dem neuen Besitzer viel Spass.

Sidis Hintertüre ist erleichtert aber wir ein bisschen betrübt. So hat sich auf diese unrühmliche Art und Weise doch auch noch die letzte Hoffnung auf eine gelegentliche sportliche Betätigung verabschiedet.