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01
2009
Es waren besondere Festtage dieses Jahr. Am 24. schwebten wir im Toten Meer und blickten abends auf die flimmernden Lichter Jerusalems in der Ferne am Horizont. Den Weihnachtstag verbrachten wir in der schwarzen Steinwüste des Wadi Araba, die sich ab und an in eine beige Sandwüste verwandelt. Nachts bestaunten wir den weiten, funkelnden Wüstensternenhimmel. Zu Silvester-Neujahr schwammen wir zwischen vielen grossen und kleinen, bunten, langen und kugelrunden Fischen, fächerartigen Korallen und schimmernden Steinen im Roten Meer. Mit einem sehr sympathischen, älteren österreichisch-iranischen Paar zählten wir die Sekunden runter, genossen das Feuerwerk im Vierländereck und lauschten noch lange den aussergewöhnlichen Reiseabenteuern der beiden.
Wir haben das Feiern auf diese Art sehr genossen und freuen uns auf viele weitere spezielle Erlebnisse im 2009 - inschalla! Vielleicht schreiben wir die nächste Neujahrsgrussbotschaft ja dann auf Arabisch…
Wir wünschen euch ein unvergessliches, friedliches und fröhliches neues Jahr! Kulam waantum bicher - happy new year!



Heute geht’s weiter durch die Wüste Richtung Aqaba wo wir am 5. Januar unseren ersten Besuch aus der Schweiz herzlich willkommen heissen können. Wir freuen uns auf Schoggi, Käse und dunkles Brot
- und natürlich besonders auf Susann und Adi!
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Categories : Jordanien, Naher Osten, Reise
30
12
2008
Wir sind nun das ganze Jordantal bis zum Toten Meer und danach weiter durch‘s Wadi Araba bis nach Aqaba gefahren und hatten dabei ausgiebig Zeit uns über die historische, geografische und politische Bedeutung dieses Landstreifens bewusst zu werden.
Wir haben die Uferpromenade von Tiberias am See Genezareth und die Lichter Jerusalems gesehen und sind von der Nähe zu diesen geschichtsträchtigen und geopolitisch äusserst bedeutenden Orten sehr fasziniert. Beeindruckend ist dabei nicht in erster Linie die geografische Nähe, sondern das Erleben/Erfahren der Dimension der ganzen Region vor dem Hintergrund des Israel-Palästinakonflikts. Sicherlich wussten wir, dass Israel und das Westjordanland nicht gross sind, aber erst hier wird uns in aller Deutlichkeit bewusst, wie ausgesprochen kleinräumig dieses so dermassen bitter umkämpfte und umstrittene Gebiet wirklich ist.
Ebenso bekannt war uns die strategische Bedeutung der Golanhöhen. Ohne die Besetzung in irgendeiner Art und Weise legitimieren zu wollen, können wir nun nachfühlen, dass Israel dieses Gebiet, von dem aus halb Nordisrael bequem überblickt - oder auch beschossen - werden kann, nur in freundlich gesinnte Händen zurückgeben will. Damit zusammenhängend und durch den Wechsel zwischen bewässerten und somit äusserst fruchtbaren Feldern und der ansonsten staubtrockenen Wüstenlandschaft eindrücklich verdeutlicht, ist die Bedeutung des Wassers und der Kontrolle seiner Quellen für alle beteiligten Staaten.

Bild: Bethany beyond the Jordan, der einzige Ort, wo man an den Jordan - infolge massive Wasserentnahme zwecks Bewässerung ein dünnes Rinnsal ohne nennenswerte Strömung - gelangen kann.
In den letzten Tagen bekommt nun die beschriebene Faszination einen schalen Beigeschmack in Form von Raketen von der einen und Bomben von der anderen Seite in Südisrael respektive dem Gazastreifen. Ich denke nicht, dass hier der Platz für eine weitere Polit-Analyse sein soll, davon haben alle Interessierten und Betroffenen mehr als genug. Nur so viel: Ich lese im Moment gerade „Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft“ von Hans Küng (Die Goldene Regel: „Was du nicht willst, dass man Dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“) und kann den Verantwortlichen auf beiden Seiten das Buch wärmstens empfehlen.
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Categories : Beobachtungen, Jordanien, Naher Osten, Reise
28
12
2008
Wechseln wir für einmal die Perspektive und versetzen uns in die Rolle des Parkwächters Muhammed (Name der Redaktion bekannt) der Jesus Baptist Site im Jordantal.
Da kommt - es ist schon finster - plötzlich ein seltsames weisses Gefährt mit grossen Fenstern und zwei uralten Velos daher und die Insassen - zwei ca. 19 und 22 jährige Touristen fragen nach einem Schlafplatz. Wobei fragen ist nicht ganz der richtige Ausdruck. Nach einem perfekten Masa al cher (guten Abend) tröpfeln die Worte ohne jeglichen grammatikalischen Ballast fast so bescheiden wie der beinahe trockengelegte Jordan daher. Immerhin lächeln sie sehr nett und da man sie ja nicht gut wegschicken kann und es hier ja auch niemanden stört, weist man ihnen den Wegrand vor dem Eingang zu.
Später, sie scheinen mit dem Platz ganz zufrieden zu sein, möchte man doch gerne wissen, was es mit den beiden auf sich hat und schliesslich sind die beiden ja Gäste in Jordanien. Also bietet man ihnen einen Tee an. Die beiden erscheinen bald darauf dick eingepackt, die Frau hat sogar so ein komisches Kopftuch aus Wolle mit Ohrenschutz und mit Zotteln obendrauf. Vielleicht denken sie weil es Winter ist, schneit es hier auch bei +15 Grad. Naja, das soll mich in meinen Sandalen nicht stören. Ausserdem haben sie kleine Bücher dabei und können anscheinend doch ein paar Wörter Arabisch wobei sie lustigerweise ständig zwischen Hochsprache und Dialekt hin- und herwechseln. Ganz spannende Leute die beiden. Verheiratet aber weder Ehering noch Kinder und nun wollen sie in Syrien Arabisch lernen. Offensichtlich sind sie auch ganz begeistert von Jordanien, sehr gut! Eigentlich sind sie aber arme Kerle. Ständig schlafen sie in einem Auto, die anderen Ländern haben wohl keine Ahnung von Gastfreundschaft, hier geht das so nicht. Nur, was machen? Heute schlafe ich hier und kann sie also nicht für die Nacht einladen. Die Lösung: 1. sie morgen zum Mittagessen einladen. 2. Heimlich den Security Manager anrufen, der soll sie abholen kommen und sie bei sich aufnehmen.
So geschehen am Abend des 22. Dezembers 08. Wir können die Einladung des Managers nicht ohne beleidigend zu sein ablehnen und schlafen in den Betten seiner - im voraus auf Decken am Boden ausquartierten - Kinder. Am nächsten Tag, nach der ausnahmsweise gratis Besichtigung lädt uns dann der Nachtwächter zum Mittagessen ein, bei dem wir die sehr herzliche, neugierige und wiederum beeindruckend gastfreundliche Grossfamilie kennenlernen, ein traditionelles und ausgezeichnet schmeckendes Beduinengericht essen und den zuletzt zugungsten der Hochsprache vernachlässigten Dialekt sprunghaft verbessern.

Aktuell sind wir in Aqaba und können hier sogar baden.
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Categories : Jordanien, Naher Osten, Reise
27
12
2008
Und das kam so: Nach einem problemlosen - sofern man über 200.- CHF Zoll-, Strassen-, Versicherungs- und sonstigen Gebühren nicht als Problem bezeichnet - Grenzübertritt sind wir jetzt in Jordanien. Am ersten Abend fahren wir nach Um Quais ganz im Norden. Hier werden wir von einem Touristenpolizisten empfangen und sehen uns alsbald einem freundlichen, perfekt Englisch sprechenden Offizier und einem Gläschen heissem - „wahrnehmbar“ süsser als gewohnten - Tee gegenüber. Wir plaudern angeregt, betonen nachdrücklich wie gut uns Jordanien in den wenigen Stunden unseres Aufenthaltes gefallen hat und erhalten im Gegenzug einige gute Tipps und vor allem einen Schlafplatz in unübertreffbarer Lage inmitten der Ruinen im Innenhof eines osmanischen Hauses direkt hinter dem Polizeiposten.
So weit so gut. Die Krux ist das Hinfahren. Dazu muss festgehalten werden, dass der Sidi, in vollem Bewusstsein seiner zahlreichen Stärken, für eines nicht gebaut ist: Offroadstrecken. Kein Wunder also, dass mir schon in der Anfahrt zur immer steiler werdenden Rampe Böses schwahnt. Die drei mitfahrenden Touristenpolizisten bestaunen noch arglos unser wie immer - den Umständen entsprechend - perfekt aufgeräumtes und blitzblankes Mobiliar, als der Sidi im subjektiv schon fast überhängenden Gelände immer leiser und leiser wird und dann nach abruptem Wechsel vom Gas- auf’s Bremspedal zum Stehen kommt. Tja, meine Herren nun heisst’s im besten Fall aussteigen, ev. sogar schieben.
Ich merke, ich werde zu lange. Langes Schreiben, kurzer Sinn: im dritten Anlauf haben wir es grad so geschafft und eine sichere Nacht inmitten vieltausendjähriger Geschichte verbracht. Bemerkenswert auch, dass man hier von der Polizei etwas positives erwarten kann. Dies war beileibe nicht in allen bisher besuchten Ländern der Fall.
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Categories : Jordanien, Naher Osten, Reise
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