Qanats und ausgetrocknete Flüsse
1 07 2009In Wüstenstädten ist nicht bloss die Versorgung mit frischer Luft sondern auch diejenige mit kühlendem Nass von grosser Bedeutung. Die Perser haben sich da etwas ganz besonderes ausgedacht: 300′000 grosse und kleine Qanats ziehen sich von den umliegenden Bergen wie Maulwurfsgräben durch die Erde in die Ebenen. Auf der Oberfläche zeugen alleine Entlüftungs- und Unterhaltungslöcher alle 10-15 Meter, grossen Maulwurfshügeln nicht unähnlich, von der Existenz der lebensspendenden, mensch-gemachten Adern. Die Provinz Yazd alleine werde von 50′000 solchen unterirdischen Wasserkanälen versorgt. In einen dieser Kanäle sind wir hinuntergestiegen.
Plötzlich, inmitten der Wüste, hören wir Wasser plätschern und fühlen das kühle Nass zwischen unseren Zehen. Mit einer Taschenlampe bewaffnet, teils tief gebückt teils aufrecht gehend, tasten wir uns im ca 20 Zentimeter tiefen, unterirdischen Bächlein vor. Welche Arbeit hinter diesem Versorgungssystem und jedem einzelnen dieser Qanats steckt! Noch heute werden sie regelmässig unterhalten, doch lässt die Regierung nadisna moderne, dicke Wasserrohre verlegen, welche den gleichen Zweck erfüllen doch längst nicht so touristogen sind.

Spaziergang in einem Qanat um Yazd
Ob alt oder modern, solange es auch in den Bergen nicht/kaum regnet und vom Grundwasser gespiesene Quellen aufgrund des sich senkenden Grundwasserspiegels austrocknen, bleibt es schwierig mit der Wasserversorgung. Grundwasser wird aus immer tieferen Schichten abgepumpt. So auch dieses Jahr.
In Esfahan blieb der Zayandeh Fluss ohne Wasser. Und ohne Wasser sind die dortigen bekannten Brücken leider bloss halb so fotogen… - was allerdings das kleinste Problem der Geschichte ist.

Die Kahju-Brücke in Esfahan über den Zayandeh Fluss, dieses Jahr ohne Wasser











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