13
06
2009
In Esfahan steuern wir wie gewohnt das Lonely Planet “our pick”-Hotel an (sicherer und meistens gratis Parkplatz, saubere Toiletten, teils wi-fi-Zugang und fast stets freundliches Personal erklären diese bewährte Strategie) . Dort versuchen wir der Receptionistin zur erklären, dass wir gerne auf ihrem Parkplatz IM Auto schlafen möchten. Dieser zugegebenermassen etwas ungewöhnliche Wunsch bringt offensichtlich nicht nur das Verständnis der armen Dame an die Grenze, sondern auch die Kompetenzordnung etwas durcheinander und wir müssen uns gedulden, bis der Entscheidungsbefugte telefonisch erreichbar ist.
Nach etwas Bedenkzeit wird uns das Resultat komplizierter administrativer Abläufe (wir werden unter anderem gefragt ob wir ein Diplomaten-Nummerschild haben und müssen dem Portier - zwecks weiterer Berichterstattung - unseren Wagen zeigen) eröffnet. Wir erhalten eine gute und eine schlechte Nachricht:
Nein, wir können nicht im Auto schlafen.
Aber dafür bieten sie uns eine bemerkenswerte Preisreduktion von 82$ für ein Zimmer an.
Seitdem geniessen wir für 10$ (Frühstück und bewachter Parkplatz inbegriffen) ein schönes Zimmer mit Dusche und allem was dazu gehört. Die Gastfreundschaft treibt immer wieder neue ungeahnte Blüten.
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Categories : Iran, Naher Osten, Reise
12
06
2009
Dank des schon angesprochenen quasi nicht existenten iranischen Dieselpreises (weniger als 2 Rappen pro Liter), kombiniert mit den riesigen Distanzen hierzulande, bewegen sich unsere Autobetriebs- pro Kilometerkosten in letzter Zeit substantiell nach unten. Dazu nun einige Überlegungen:
1. Trotz des häufig relativ billigen Diesels in vielen bereisten Ländern kostet uns jeder gefahrene Kilometer - alle Kosten berücksichtigt - immer noch 30Rp - und dies ohne Abschreiber und grössere Reparaturen.
2. Verglichen mit unseren sonstigen Lebenskosten sind die gefahrenen Kilometer horrend teuer. Dies vor allem, wenn wir an einem Tag - wie im Iran vergleichsweise oft - 400km fahren. Zum Vergleich: ein Brot kostet 2 Rappen. Für die Betriebskosten der Strecke von Kerman nach Yazd hätten wir also 6′000 Brote kaufen können.
3. 30Rp/km!! Und wer meint billiger zu fahren, soll sich erst mal über ALLE Kosten Rechenschaft ablegen. Ich könnte dazu ein praktisches Exceldokument zur Verfügung stellen. Einfach bei wiewasmeinsch melden.
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Categories : Beobachtungen, Iran, Naher Osten, Reise
2
06
2009
Da waren wir (zu Fuss) mit unserer lieben Gastfamilie (resp. Fatima und Sohn) unterwegs zu einem nahen Park zwecks völkerverbindendem Picknick mit schweizerischem Birchermüesli auf iranischem Teppich. Die Zeit ist perfekt: Früher Abend, ein lauer Wind vertreibt die Tageshitze und wir sind hungrig. Der Ehemann kommt später, das heisst, er biegt plötzlich kurz vor dem Park um die Ecke und lädt uns in sein Auto. Wir denken uns, dass das doch nicht nötig wäre, ahnen sonst aber noch nichts.
Wir fahren los, aber nicht zum Park, sondern zu einem nahen Aussichtspunkt, den wir aber infolge Stau sowie unterschiedlicher Definition von nahe erst ca. 30 Minuten später erreichen. Nun aber zum Park, unsere Mägen knurren. Nach kurzer Besprechung entscheiden sich unsere Gastgeber für einen wiederum nahe gelegenen Park. Wir fahren und fahren und sehen unterwegs zig andere Picknick-Plätze aber leider nicht der Auserwählte. Nochmals über 30 Minuten später, scheinbar am anderen Ende der Stadt - wir sind inzwischen nicht mehr hungrig sondern nur noch müde - können wir uns dann inmitten dutzender anderer Familien niederlassen und das geschüttelte aber nicht gerührte Birchermüesli geniessen. Die Zeit ist nicht mehr ganz so perfekt und der Park weist - zumindest für uns - keine erkennbare Vorteile gegenüber dem zu Fuss Erreichbaren auf.
Fazit: Die Iraner haben eine völlig andere Wahrnehmung von Zeit und Distanz. Während wir unnötige Kilometer vermeiden, spielt die Zeit, die im Auto verbringen für sie keine Rolle. Benzin wird nicht kalkuliert und Autofahren ist so normal, dass man sich keine Gedanken über Sinn und Unsinn macht. So fahren sie problemlos eine Stunde hin und zurück, um dann eine Stunde zu picknicken. Wichtig ist einfach das Zusammensein und im Auto ist man schliesslich auch gemeinsam unterwegs.
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Categories : Iran, Naher Osten, Reise
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