Die Tee- und Werkstattstory
23 04 2009Nachfolgend wird das Fetten der Vorderachse unseres Sidis anhand der dazu benötigten Teetassen nacherzählt. Das pièce de résistance ist jeweils, dass man nicht nur fetten, sondern dazu auch das Auto aufbocken sollte. Während die Notwendigkeit des Fettens von hiesigen Garagisten gut nachvollzogen wird, ist das Verständnis für den Hochhebungswunsch erfahrungsgemäss gering.
Der Tee, inkl. mehrfachen Nachschenkens gehört dazu. Eine schöne Geste, die aber bei x-facher Wiederholung eine gewisse Sättigung hervorrufen kann und angesichts der beachtlichen Zuckermengen zwecks Überlagern des bitteren Geschmackes auch nicht gesund ist.
1. Glässchen Tee: Mercedes-Garage
Naheliegender Anfangspunkt, da der Sidi ja auch den Stern trägt. Ich werde freundlich begrüsst, bekomme einen Tee serviert und erkläre mein Anliegen. Alles kein Problem. Naiv glücklich über die Einfachheit der Ausführung meines Vorhabens sehe ich die Leute geschäftig wirken. Aber halt, halt, so einfach ist es natürlich nicht. Damit aus dieser Geschichte noch was wird, kommen sie nach 5 Minuten mit der Nachricht zurück, dass ihre Fettpresse seit 4 Monaten in Revision sei.
2. Glässchen Tee: Das muss ich bei zwei Garagen ohne Hebemöglichkeiten freundlich ablehnen, weil ich bei gleichbleibendem Rhythmus auch 5h später ohne Fett in den Achsen rumfahren und bei jeder Toilette einen après-Teehalt machen müssste.
3. Glässchen Tee: Endlich, der Sidi ist aufgebockt und das Fett ist reingepresst. Doch, zu früh gefreut: Die altersschwache Pumpe scheitert an einem von sechs zu fettenden Punkten. Weiter geht’s.
4. Glässchen Tee: Eine Nissan-Garage soll’s richten. Nach dem Tee kommt das Auto auf die Hebebühne und mind. 5 gut gelaunte Mechaniker tummeln sich darunter. Nach dem Motto: “Da hat’s ja schon Fett und überhaupt, es fährt ja noch, warum also was machen”, kommt der Sidi wieder runter und ich fahre unter viel Gelächter und mit besten Wünschen aber ohne Fett vondannen.
5. Glässchen Tee: Eine Mitsubishi-Garage ist mein letzter Hoffnungsschimmer. Nach dem Tee wird die Fettpresse unkompliziert angesetzt, tut ihren Dienst und ich habe es - nach ca. fünf Stunden und ebenso vielen Gläsern Tee - endlich geschafft.
Nun sind wir mit leerem Tank (Diesel kostet nur wenige Rappen im Iran) und vorübergehend viel Bargeld (weder Travellers Cheque noch irgendwelche Karten funktionieren im sanktionierten Land) wieder auf (nun gefetteter) Achse.










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