Velofahrer möcht ich sein…
22 04 2009In den letzten drei Tagen waren wir mit den beiden Waadtländern Nepalradfahrern Adrien und Jonathan unterwegs. Das heisst allerdings nicht, dass wir wie bei der Tour de France mit dem Auto hinterhergerollt und ab und zu mit frenetischem Geschrei und einer Flasche Wasser nach vorne gerannt wären, um sie abzukühlen. Stattdessen haben wir sie inkl. zahlreichem (Jonathan hat sich unterwegs sogar eine Gitarre gekauft) Gepäck in, und ihre Velos an Sidi(s Hintertür) gepackt und sind spannende drei Tage miteinander - sie ein bisschen schneller und wir ein bisschen enger - zum Van-See gereist. Abkühlung wäre sowieso kaum notwendig gewesen, weil es hier in den Bergen dauerregengraunasskalt ist - wir haben sogar vereinzelte, verspätete Schneeflocken gesehen und auf den Pässen ausgewachsene Schneefelder gestreift.
Das garstige Wetter hat dann auch meine kurzzeitig aufgekommene Velonostalgie etwas relativiert. Im warmen Sidi bestens aufgehoben, kann ich auf den Genuss des Anziehens der kaltklammfeuchten Kleider und das morgendliche Einpacken des schlammnassbraunen Zeltes durchaus verzichten. Um die Befriedigung eine solche Reise mit eigener Kraft zu bewältigen, den Veloreiserhythmus, die gesunde Bewegung und die Langsamkeit der Erfahrung dieser grossen Räume hingegen, beneide ich die beiden sehr!!

V.l.n.r.: Jonathan und Adrien unterwegs nach Kathmandu (davon drei Tage mit uns), Möchtegernvelofahrer “wiewasmeinsch” unterwegs in den Iran, Mireille und Roger unterwegs nach Südostasien
PS: Die zwei Velofahrerpaare haben übrigens je einen Blog, die entsprechenden Links sind neu aufgeschaltet unter ‘Reisende’
Nun sind wir in Van, die Grossstadt am gleichnamigem Grosseee, die nur über hohe Pässe und damit im Winter schlecht erreichbar ist. Statt das grossartige Panorama zu geniessen, müssen wir momentan mit niedrigen Wolkenfronten vorlieb nehmen und einmal mehr unsere Winterkleider bemühen. Das Klima ist wirklich rauh hier, Mitte April schmilzt gerade erst der Schnee weg, von blühenden Wiesen noch keine Spur. Wir bereiten uns so schnell wie möglich auf den Grenzübertritt vor, um rasch in wärmere Gefilde zu kommen. Ev. statten wir dann der Region auf der Heimreise nochmals einen Besuch ab, dann in sommerlicher Atmosphäre.

Unsere Strasse inmitten schneebedeckte Berge am südlichen Ufer des Vansees










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