Alltag im antiken Jerash

22 01 2009

Die Ruinen von Jerash lassen einen den antiken Alltag so lebhaft vorstellen, dass man meinen könnte, das Politologenpaar Francisca et Aurelius sowie die madre Susanna maritus suumque einen Tag im alten Jerash begleiten zu können:

Beschwingten Schrittes schreiten die vier durch die kleine Markthalle vor dem Hadrianstor ohne sich von den zahlreichen Marktschreiern beirren zu lassen. Unter dem Hadrianstor, das 2000 Jahre später bloss noch halb so hoch sein würde, winken ihnen bereits die Veranstalter der Wagenrennen im Hippodrom zu um sie für das Abendspektakel zu gewinnen. Dankend lehnen die vier ab und laufen dem Hippodrom entlang zum südlichen Eingangstor, der nächste Durchgang in der später verfallenden Stadtmauer. Sie betreten die vibrierende Stadt und mischen sich unter die 15-20′000 Einwohner.

 

Hadrianstor, Jerash

Hadrianstor und Hippodrom, Jerash

 

Sie machen sich auf zum imposanten Artemis-Tempel, wo sie der Jagdgöttin ein Opfer bringen damit maritus Susannae einen zielsicheren Speerwurf haben wird während der Jagdsaison. Sie ahnen nicht, dass die 13m hohen Statuen des Artemis sanctuariums selbst zwei Millennia später die Besucher noch beeindrucken und den Übernamen ‘hochnäsige Säulen’ erhalten da sie zahlreichen Erdbeben erfolgreich trotzen während Jerash rundum in Brüche fällt.

Die übriggebliebenen 'hochnäsigen' Säˆulen des Artemistempels, Jerash

Aufstieg zum Artemistempel, Jerash

Während sich Susanna maritusque beim erfrischenden Wasserbrunnen an der Cardo Maximus ausruhen, begeben sich Francisca et Aurelius zum nördlichen Tetrapylon, biegen links in den Norddecumanus ein und betreten das nördliche Theater gerade noch rechtzeitig, bevor die Sitzung der Regierungsmitglieder beginnt. 

Nymphäˆum, der öˆffentliche Wasserbrunnen an der Cardo Maximus, Jerash

Nördliches Tryptichon, Jerash

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Mit knurrendem Magen verlassen sie das nördliche Theater gegen Mittag und treffen madre Susanna maritusque in der Agora, wo sie an einem der Marktstände eine Kleinigkeit essen. Später schlendern sie gemeinsam auf der von 500 Säulen gesäumten Cardo Maximus an verschiedenen kunstvoll verzierten Fassaden vorbei zum ovalen Platz. Die immensen Dimensionen (90m lang und bis zu 80m breit) und elegante Anlage des Platzes verfehlen ihre Wirkung nicht. Zutiefst beeindruckt nehmen die vier vis-à-vis des Zeustempels Platz, betrachten das lebendige Treiben und trinken einen sehr süssen, heissen Tee. Sie ahnen nicht, dass der Tempel des mächtigsten Mannes am römischen Götterhimmel später einer byzantischen Kirche weichen soll. 

Agora, Jerash

Cardo Maximus, JerashOvaler Platz vom Zeustempel her gesehen, Jerash

Gegen Abend machen sich die vier auf zum südlichen Theater gleich um die Ecke, wo sie einer Aufführung des griechischen Epos Homers beiwohnen. Die Akkustik trägt trotz der 5′000 Zuschauer jedes Wort der Odyssee zum gebannten Publikum. 

Südliches Theater, Jerash

Ungeachtet der schlechten Beleuchtung harren die Marktschreier hinter dem Hadrianstor auch zu später Stunde noch aus. Diesmal können sich drei der vier nicht mehr zurückhalten und ersteigern einige Mitbringsel für die in Helvetia zurückgebliebenen.

Drei Helvetier mit Turban


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