Perspektivenwechsel
28 12 2008Wechseln wir für einmal die Perspektive und versetzen uns in die Rolle des Parkwächters Muhammed (Name der Redaktion bekannt) der Jesus Baptist Site im Jordantal.
Da kommt - es ist schon finster - plötzlich ein seltsames weisses Gefährt mit grossen Fenstern und zwei uralten Velos daher und die Insassen - zwei ca. 19 und 22 jährige Touristen fragen nach einem Schlafplatz. Wobei fragen ist nicht ganz der richtige Ausdruck. Nach einem perfekten Masa al cher (guten Abend) tröpfeln die Worte ohne jeglichen grammatikalischen Ballast fast so bescheiden wie der beinahe trockengelegte Jordan daher. Immerhin lächeln sie sehr nett und da man sie ja nicht gut wegschicken kann und es hier ja auch niemanden stört, weist man ihnen den Wegrand vor dem Eingang zu.
Später, sie scheinen mit dem Platz ganz zufrieden zu sein, möchte man doch gerne wissen, was es mit den beiden auf sich hat und schliesslich sind die beiden ja Gäste in Jordanien. Also bietet man ihnen einen Tee an. Die beiden erscheinen bald darauf dick eingepackt, die Frau hat sogar so ein komisches Kopftuch aus Wolle mit Ohrenschutz und mit Zotteln obendrauf. Vielleicht denken sie weil es Winter ist, schneit es hier auch bei +15 Grad. Naja, das soll mich in meinen Sandalen nicht stören. Ausserdem haben sie kleine Bücher dabei und können anscheinend doch ein paar Wörter Arabisch wobei sie lustigerweise ständig zwischen Hochsprache und Dialekt hin- und herwechseln. Ganz spannende Leute die beiden. Verheiratet aber weder Ehering noch Kinder und nun wollen sie in Syrien Arabisch lernen. Offensichtlich sind sie auch ganz begeistert von Jordanien, sehr gut! Eigentlich sind sie aber arme Kerle. Ständig schlafen sie in einem Auto, die anderen Ländern haben wohl keine Ahnung von Gastfreundschaft, hier geht das so nicht. Nur, was machen? Heute schlafe ich hier und kann sie also nicht für die Nacht einladen. Die Lösung: 1. sie morgen zum Mittagessen einladen. 2. Heimlich den Security Manager anrufen, der soll sie abholen kommen und sie bei sich aufnehmen.
So geschehen am Abend des 22. Dezembers 08. Wir können die Einladung des Managers nicht ohne beleidigend zu sein ablehnen und schlafen in den Betten seiner - im voraus auf Decken am Boden ausquartierten - Kinder. Am nächsten Tag, nach der ausnahmsweise gratis Besichtigung lädt uns dann der Nachtwächter zum Mittagessen ein, bei dem wir die sehr herzliche, neugierige und wiederum beeindruckend gastfreundliche Grossfamilie kennenlernen, ein traditionelles und ausgezeichnet schmeckendes Beduinengericht essen und den zuletzt zugungsten der Hochsprache vernachlässigten Dialekt sprunghaft verbessern.

Aktuell sind wir in Aqaba und können hier sogar baden.










Ich verstehe (fast) nichts! Mein Deutsch ist nicht gut genug! Merry (belated) Xmas to you too and best (early) wishes for 2009!
Désolé, la version franglaise va encore tarder pour un bon moment, on passe déjà assez de temps avec l’ordinateur… A toi aussi, bon nouvel an.