Sidis Geländefahrt

27 12 2008

Und das kam so: Nach einem problemlosen - sofern man über 200.- CHF Zoll-, Strassen-, Versicherungs- und sonstigen Gebühren nicht als Problem bezeichnet - Grenzübertritt sind wir jetzt in Jordanien. Am ersten Abend fahren wir nach Um Quais ganz im Norden. Hier werden wir von einem Touristenpolizisten empfangen und sehen uns alsbald einem freundlichen, perfekt Englisch sprechenden Offizier und einem Gläschen heissem - „wahrnehmbar“ süsser als gewohnten - Tee gegenüber. Wir plaudern angeregt, betonen nachdrücklich wie gut uns Jordanien in den wenigen Stunden unseres Aufenthaltes gefallen hat und erhalten im Gegenzug einige gute Tipps und vor allem einen Schlafplatz in unübertreffbarer Lage inmitten der Ruinen im Innenhof eines osmanischen Hauses direkt hinter dem Polizeiposten.

So weit so gut. Die Krux ist das Hinfahren. Dazu muss festgehalten werden, dass der Sidi, in vollem Bewusstsein seiner zahlreichen Stärken, für eines nicht gebaut ist: Offroadstrecken. Kein Wunder also, dass mir schon in der Anfahrt zur immer steiler werdenden Rampe Böses schwahnt. Die drei mitfahrenden Touristenpolizisten bestaunen noch arglos unser wie immer - den Umständen entsprechend - perfekt aufgeräumtes und blitzblankes Mobiliar, als der Sidi im subjektiv schon fast überhängenden Gelände immer leiser und leiser wird und dann nach abruptem Wechsel vom Gas- auf’s Bremspedal zum Stehen kommt. Tja, meine Herren nun heisst’s im besten Fall aussteigen, ev. sogar schieben. 

Ich merke, ich werde zu lange. Langes Schreiben, kurzer Sinn: im dritten Anlauf haben wir es grad so geschafft und eine sichere Nacht inmitten vieltausendjähriger Geschichte verbracht. Bemerkenswert auch, dass man hier von der Polizei etwas positives erwarten kann. Dies war beileibe nicht in allen bisher besuchten Ländern der Fall.


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