Unterwegs nach Syrien

24 11 2008

Nach unserem langen Aufenthalt in Anamur hatten wir uns bereits für die Abreise am Dienstag 17. November 08 entschieden. Der Sidi hat die „ästhetische Operation“ bzw. den Verlust aller D-Aufschriften und das Hinzufügen des Schriftzugs „Petrol“ über dem Tankstutzen, gut überstanden. Nun müssen wir bloss Acht geben, dass die Tankwarte, uns dies nicht tatsächlich einfüllen. ”Petrolio”, so sein neuer Deckname ist auf dem besten Weg in seine neue Rolle als feiner, leiser „Bänsiner“ hineinzuwachsen. Wenn er sich nur noch das gelegentliche Rauchen abgewöhnen könnte. Zum Grund der Metamorphose: In Sürie würden wir pro Woche hunderttswäntsg Baze Disuschtüür berappe… Auch wir sind nach fast zwei Wochen erholt und verspüren wieder ziehende Reiselust. 

Alles war bereit, aber es sollte nicht sein. Am Abend zuvor im Dunkeln vor mir die unregelmässigen Stufen runtersteigend, macht kediabyssinia völlig ansatzlos einen Hechtsprung gefolgt von einer technisch einwandfreien Bauchlandung. Klingt, ist aber nicht lustig. Der Absprung muss nämlich als bös missglückt bezeichnet werden. Kediabyssinias Knöchel ist überhaupt nicht amused und … den Rest könnt ihr euch vorstellen. Nach zwei „Zwangshängemattentagen“ mit hochgelagertem Bein in Anamur - Rekonvaleszenz könnte auch in einer unangenehmeren Umgebung von statten gehen - reisen wir schliesslich am Donnerstag 19. November 08 ab. Kediabyssinia ist nach wie vor ziemlich immobil und kann den Fuss nicht belasten. Das ist im Moment nicht so schlimm, weil wir ziemlich viel fahren - wir wollen um den dritten Dezember die Österreicher in Akaba am Roten Meer treffen. Nun, da wir zwangsläufig das Auto kaum verlassen - dh kediabyssinia, wiewasmeinsch muss im, und um‘s Auto immer alles organisieren und ist somit ständig auf den Beinen - sind wir doppelt froh, dass wir uns im Sidi inzwischen wirklich wie zu Hause fühlen. Die Kombination aus Geräumigkeit und Übersichtlichkeit scheint uns optimal.

Morgen 25. November 08 also queren wir die lang ersehnte, magische Linie zwischen dem Nur-Gebirge und dem fruchtbaren Halbmond: die türkisch-syrische Grenze. Wir planen Syrien zügig zu durchfahren - Ziel: uns mit Damaskus anfreunden - und schon eine Woche später Richtung Jordanien wieder zu verlassen. Auf einen intensiven Besuch auf dem „Rückweg“ Richtung Iran freuen wir uns schon jetzt!


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