Verkehr
14 11 2008Ein paar türkische Besonderheiten:
Die gut ausgebauten Landtrassen (die meisten sind zweispurig und die übrigen werden fast ausnahmslos ausgebaut) sind vorwiegend von Lastwagen, Bussen und in Stadtnähe von unzähligen Dolmuşes (ca. 10-plätzige Sammeltaxis) befahren. Die auch in der vom öffentlichen Verkehr relativ gut erschlossene Schweiz zu beobachtenden Ströme von unterbesetzten blechernen Statusobjektiven, fehlen hier völlig. Dafür gibt es ein privat betriebenes, effizientes und preiswertes Bussystem. Die Türken machen den Europäern vor wie man ÖV betreiben kann - auf die Frage ob sie denn nicht doch auch Europäer sind, kann hier nicht eingegangen werden, wir sind ja schliesslich auch keine.
Die Türken also ein Volk von Umweltschützern? Nun, angesichts der die Strassenränder säumenden Petberge und der Lösung der Abwasserprobleme mit besonders langen Rohren ins Meer anstatt mit Kläranlagen muss dieser Erklärungsansatz wohl leider verworfen werden. Erhellender ist ein Blick auf die Benzinpreise der erstaunlich zahlreichen Tankstellen, die wohl kaum rentieren aber dafür unseren Tank jeweils bis zum letzten - inkl. 5x Auto nachschütteln, damit der Tankspiegel vielleicht noch um 1mm sinkt - Tröpfchen füllen. Die Preise sind deutlich höher als in der Schweiz und wenn die unterschiedliche Kaufkraft berücksichtigt wird, wird sofort klar, warum sich die Türken ca. 4x länger überlegen ob sie selber fahren wollen oder nicht. Bei einem Benzinpreis von ca. 8.- CHF/l würden wohl auch in der Schweiz mehr Leute den ÖV in Betracht ziehen - sofern sie von den SBB überhaupt transportiert werden könnten, aber das ist auch wieder eine andere Geschichte.










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